Presseinformation

Nicht genug Bewusstsein für Schutzmechanismen im Internet

Ergebnisse der Fraunhofer-Sicherheitskonferenz »Future Security«

Bonn / Wachtberg / 24. Oktober 2012

Im Zusammenhang mit der Fraunhofer-Sicherheitskonferenz Future Security, die das Fraunhofer-Institut FKIE im September im alten Plenarsaal des World Conference Center WCCB in Bonn organisierte, diskutierten Wissenschaftler und Vertreter von Unternehmen, Ministerien und Behörden über Sicherheit im Internet und modernen Infrastrukturen. Sie sprachen sich für Regelungen im Cloud Computing und ein größeres Bewusstsein für Schutzmechanismen im Internet aus.

So mahnte der Bundesbeauftragte für Datenschutz Peter Schaar an, dass Anbieter von Cloud Computing-Diensten technische Sicherheit und Datenschutz gewährleisten müssen. Die Verlagerung von Daten von lokal begrenzten Rechnern und Servern in eine Cloud macht nach Einschätzung von Schaar Regelungen nötig. Immerhin geht es nicht nur um die Übertragung von Daten, sondern mit diesen auch um sensible Funktionen. Bisher blieben jedoch Datenschutz-Standards und Verantwortlichkeiten oft unklar. Auch sei zuweilen offen, welches nationale Recht gelte.

Thomas Tschersich, Leiter der Abteilung IT-Sicherheit bei der Deutschen Telekom, rief zu einem stärkeren Bewusstsein für Schutzmechanismen auf: 80 bis 90 Prozent der Angriffe über das Internet seien durch bessere Abwehrsysteme und häufigere Aktualisierungen von Software vermeidbar.

Zahlreiche Vorträge zum Thema »Cyber Crime« gaben Beispiele für Angriffe, Rahmenbedingungen und Hintergründe. »Der Cyber Raum betrifft heute jeden Bereich der Gesellschaft«, so Stéphane Beemelmanns, Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung in seiner Eröffnungsrede. Energieversorgung, Verkehr und Warenketten hängen in unserer hoch vernetzten Welt auch davon ab, dass Informations- und Kommunikationssysteme zuverlässig funktionieren. »Daher muss der Fokus auf der Sicherheit von Systemen liegen« äußerte Beemelmanns weiter. Durch technologischen Fortschritt würden immer schneller verbesserte oder sogar neue Systeme zur Verfügung gestellt. Die Informations- und Kommunikationstechnologie sei durch ein enormes Entwicklungstempo geprägt. Hierin lägen nicht nur Chancen sondern auch Gefahren. Der Mensch müsse als Nutzer mit dieser Technik Schritt halten können. Die Sicherheitsforschung diene als Grundlage für technische Möglichkeiten. Wichtig sei deshalb, Synergien von Forschung und deren Umsetzung zu schaffen.

In weiteren Panels und Vorträgen beschäftigten sich die Experten unter anderem mit den Risiken der Urbanisierung sowie der Sicherheit von urbanen Arealen und kritischer Infrastruktur. Forscher präsentierten ihre wissenschaftlichen Ergebnisse, Risikoanalysen und Lösungsansätze. Auch politische, soziale und psychologische Aspekte wurden nicht ausgeklammert.

Reaktionen der Teilnehmer reichten von Begeisterung über die fachliche Tiefe der Beiträge bis zu Erstaunen über die kriminelle Dimension des Internets, die manchem Teilnehmer »die Augen geöffnet« hätten. Der Veranstalter zeigte sich sehr zufrieden über den Verlauf der Konferenz, die mehr als 350 Besucher anzog: »Uns erreichte höchstes Lob von hochrangigen Vertretern aus Bundes- und Landesministerien sowie nachgeordneten Bereichen, aus Unternehmen und von den vielen weiteren Tagungsteilnehmern«, so Peter Martini, Konferenz-Chairman und Fraunhofer-FKIE-Institutsleiter. Der ausrichtende Fraunhofer-Verbund für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung VVS besteht aus derzeit zehn Fraunhofer-Instituten und bietet mit der jährlich stattfindenden Konferenz ein Forum für Wissenschaftler, Studenten und Vertreter von Ministerien, Behörden und Unternehmen. Schirmherren sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg).

Der Tagungsband zur Konferenz ist inklusive ergänzender CD beim Springer-Verlag erschienen und im Buchhandel oder unter www.springer.com erhältlich (Englisch, mehr als 500 Seiten).

Weiterführende Links:

Quellen: Fraunhofer-Gesellschaft / epd / Behördenspiegel / Crisis Prevention

(Autoren: Bernhard Kleß, Anne Williams, Presse und Öffentlichkeitsarbeit Fraunhofer-Institut FKIE)