Pressespiegel: Crisis Prevention

Future Security 2012

IT-Schutz und öffentliche Sicherheit bei der 7. Sicherheitsforschungskonferenz

Auf der 7. Future Security widmeten sich internationale Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aktuellen Fragen zur allgemeinen deutschen und europäischen Sicherheitslage, der Form zukünftiger Bedrohungen, wirksamen Strategien gegen Cyberluiminalität sowie Verbesserungsmöglichkeiten der öffentlichen Sicherheit innerhalb einer komplexen, vernetzten Welt. Mit rund 360 Teilnehmern aus 18 Nationen führten die Veranstalter den Konferenzerfolg der vergangenen Jahre fort.

Vom 4. - 6. September 2012 bot sich den Besuchern und Teilnehmern der Future Security im WCCB Bonn die Möglichkeit zum Wissens- und Meinungsaustausch im Rahmen der Konferenz zur zivilen Sicherheitsforschung in Europa. Neue Lösungen zum Schutz der Freiheit (auch im virtuellen Raum) gilt es zu finden, Forschung und Technologie zu stärken. Veranstalter der Konferenz waren der Fraunhofer-Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung WS unter der Schirmherrschaft des Bun- desministeriums für Verteidigung (BMVg) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Chairman Prof. Dr. Peter Martini, Direktor Fraunhofer FKIE, stellte die Themenschwerpunkte der 7. Future Security vor: Urban Security und Cyber Security, Cybercrime und IT-Sicherheit. Da bei freute er sich über den Zuwachs der teilnehmenden Ministerien, Ämtern und Behörden (71 %) und Studenten. "Die deutsche IT-Sicherheit kann sich im Vergleich zu anderen Ländern sehen lassen", resumierte Martini den derzeitigen Sach- und Forschungstand in Deutschland und prognostizierte die Markteinführung erster Produkte aus dem 1. Sicherheitsforschungsprogramm in den kommenden zwei Jahren.

Prof. Dr. Klaus Thoma, Chairman Fraunhofer-Verbund VVS und Institutsleiter Fraunhofer EMI, hob Bedeutung und Leistungen gegenwärtiger und zukünftiger deutscher und europäischer Sicherheitsforschungsprogramme ("Forschung für die zivile Sicherheit", "Horizon 2020") hervor. Neue Bedrohungslagen erfordern neue Technologien und Anwendungsfelder. Die Förderung von Forschung für eine größtmögliche Sicherheit für Staat und Bürger und die Minimierung der Auswirkungen von Katastrophen ist das erklärte Ziel dieser Forschungsvorhaben. Der Fraunhofer-Verbund VVS trägt zur Entwicklung innovativer Lösungen zur Erhöhung der zivilen Sicherheit der Bevölkerung bei unter Wahrung der Balance zwischen Freiheit und Sicherheit.

Die Themen Zukunft und Sicherheit waren aus Sicht von Staatssekretär Stephane Beemelmans (BMVg) prägend für die 7. Future Security. Die Kombination dieser beiden Bereiche "ist vielfältiger, als die verteidigungs- und innenpolitische Sicht" allein und Inhaltder Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Sich ständig neu entwickelnde Gefährdungssituationen und Bedrohungsszenarien bedürfen entsprechender Anpassungen der deutschen und europäischen Sicherheitspolitik. Hierunter fielen auch die vernetzte Sicherheit der einzelnen Akteure und die Cybersicherheit.

Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas (BMBF) sah die Themenaufstellung der Konferenz als "neuen Aufbruch" und als Bestätigung der aktuellen internationalen Forschungslage. Die Themen IT-Sicherheit, KRITIS und Katastrophenschutz richteten sich am Sicherheitsforschungsprogramm des BMBF aus und zeigten den aktuellen Bedarf an neuen Einsatz- und Technologielösungen dieser Bereiche. Den "Einsatz für Freiheit in Deutschland, Europa und der Welt" teile die Bundesregierung mit denjenigen Kooperationspartnern, "die unseren Wertekanon teilen". Die Sicherheitsmarke "Made in Germany", die Vertrauen in der ganzen Welt genieße, solle durch das neue Sicherheitsforschungsprogramm gestärkt werden.

In seiner Keynote betonte Dr. Steffen Richter, Leiter des Referats für Luftsicherheit im Bundespolizeipräsidium, die Notwendigkeit des Ausbaus einer EU- und weltweiten "engeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit" bei der Bekämpfung und Prävention von Cyberkriminalität. Die Vernetzung von innerer und Grenzpolizei zur Bekämpfung des gebündelten Kriminalitätsverhaltens an den europäischen Schengengrenzen thematisierte er ebenfalls.

Prof. Richard Kemmerer (UCLA) beschäftigte sich in seiner Keynote mit dem Thema unter dem Aspekt der organisierten Kriminalität. Dabei präsentierte er einzelne Studien der UCLA mit Lösungsvorschlägen zum Stopp von Scareware im Bereich Social Engineering. Mit täglich 20 000 infizierten Websites durch Schadsoftware steigt das Kriminalitätspotential zunehmend an.

In verschiedenen Panels widmeten sich Wissenschaftler und Experten Fragen der Sicherheit von kritischen Infrastrukturen und urbanen Arealen sowie Problemen und Risiken der Urbanisierung, zum Krisenmanagement aber auch sozialen, psychologischen und politischen Aspekten von Sicherheit und Bevölkerungsschutz. Chancen und Risiken von Cloud-Computing sowie Folgen und Vermeidung von Cyberkriminalität diskutierten Forscher und Anwender neben Konzepten zur Cyberdefense und Informationssicherheit. Die Themenkomplexe öffentliche und Flugverkehrssicherheit wurden ebenfalls erörtert. Anhand verschiedener Simulationsprogramme zur Optimierung von Bevölkerungsschutz und ziviler Sicherheit oder Risikoanalysen präsentierten die Redner ihre Forschungsergebnisse und Lösungsansätze. (SH)

Abb.1 oben links: Chairman Prof. Dr. Peter Martini bei der Eröffnungsrede der Future Security 2012.

Abb.2 unten rechts: Staatssekretär Stephane Beemelmans (BMVg) plädierte für eine vernetzte Sicherheit beim Schutz von IT-Systemen.

Crisis Prevention 3/2012