Pressespiegel: Bonner General Anzeiger

"Future Security 2012"

360 Teilnehmer aus 18 Nationen im Bonner Plenarsaal

BONN.  Begleiterscheinungen einer zunehmend vernetzten Welt: Darüber diskutierten nicht nur Informatiker, Mathematiker und Naturwissenschaftler, sondern auch Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen bis hin zu Psychologen oder Architekten. Ferner gehören Vertreter von Wirtschaft und Verwaltung, Polizei und Bundeswehr zum Teilnehmerkreis der Konferenz.

Wenn der Computer zur Waffe wird: Sowohl der internationale Terrorismus als auch die Mafia missbrauchen das Internet. Foto: dpa

Die diversen Schadensbilanzen sind erschreckend: Wirtschaftsspionage etwa beschert den deutschen Unternehmen jährlich einen Verlust in Milliardenhöhe, und die modernen kriminellen Verfahren per Computer und Internet ("Cyber Crime") verschaffen dem organisierten Verbrechen weltweit Jahresgewinne in dreistelliger Milliardenhöhe.

Was dagegen zu tun ist, wie sich eine Gesellschaft vor den unangenehmen bis lebensgefährlichen Begleiterscheinungen einer zunehmend vernetzten Welt schützen kann, beschäftigt seit gestern 360 Teilnehmer der dreitägigen Konferenz "Future Security 2012" im Bonner Plenarsaal.

Gastgeber Professor Klaus Thoma, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbunds Verteidigungs- und Sicherheitsforschung (VVS), sowie Chairman Peter Martini, Professor für Informatik an der Universität Bonn und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) in Wachtberg, der die Konferenz mit seinem Stab vorbereitete und organisierte, betonten gestern, dass effektive Sicherheitsforschung nur noch interdisziplinär zu leisten sei.

So sind unter den Teilnehmern aus 18 Nationen nicht nur Informatiker, Mathematiker und Naturwissenschaftler zu finden, sondern Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen bis hin zu Psychologen oder Architekten. Ferner gehören Vertreter von Wirtschaft und Verwaltung, Polizei und Bundeswehr zum Teilnehmerkreis der Konferenz.

Schirmherren sind die beiden Bonner Bundesministerien für Verteidigung sowie für Bildung und Forschung in Zusammenarbeit mit dem in Bonn ansässigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Welche Folgen hat es, wenn sich der internationale Terrorismus zunehmend vom Sprengstoff auf den Computer als Waffe verlegt? Welchen Einfluss nimmt der Klimawandel (und damit einhergehende Naturkatastrophen) auf das filigrane System, das in unseren Ballungsräumen die Energieversorgung, die Kommunikation, die Mobilität und die medizinische Versorgung steuert? Welche Akzeptanz erfahren Sicherheitssysteme des Staates in der Bevölkerung? Martini: "Ohne Sicherheit gibt es auch keine Freiheit."

Aber auch Ereignisse wie die Loveparade 2010 in Duisburg lassen die Konferenz nicht unberührt. Thoma: "Risiko- und Gefährdungsanalysen spielen eine immer wichtigere Rolle."